In der Weite Brandenburgs liegt die Prignitz. Hier gibt es ein kleines Städtchen namens Meyenburg. In Meyenburg steht ein Schloss. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch seit dem Jahr 2006 findet sich in eben diesem Schloss eine einmalige und außergewöhnliche Ausstellung. Die Designerin Josefine Edle von Krepl, schon zu DDR-Zeiten eine Institution in Sachen Design und Mode, sammelte in ihrer privaten Sammlung Kleidung eines gesamten Jahrhunderts. Als Modejournalistin in der DDR hatte sie stets einen guten Riecher, für das, was „in“ war. Irgendwann wollte von Krepl nicht mehr nur über Mode schreiben, sondern sie selbst machen. Aus dem, was in der DDR unter dem Ladentisch gehandelt wurde, Flicken und Resten, Industriematerialien und dem was an Stoff zu haben war, schuf sie ungewöhnliche Stücke. Und verkaufte sie in ihrer eigenen Boutique in Berlin. Nicht immer lief dies reibungslos, denn in der DDR war Individualismus nicht gern gesehen. Doch die Boutique lief, die Sachen wurden tragbare Kunst und selbst große Designer wie John Galliano oder Donna Karan sollen sich von ihr inspirieren lassen haben.
Doch wie es so ist, irgendwann treffen zwei Zufälle aufeinander. Im Fall der Frau von Krepl war es, dass das Schloss in Meyenburg, frisch renoviert und in neuem Glanz erstrahlend, nach einer Möglichkeit suchte, seine Räume zu füllen. Sie selbst wusste nicht mehr, wohin mit ihrer Sammlung und so wurde aus der Privatsammlung ein Modemuseum Meyenberg. Das Museum zeigt Mode des gesamten 20. Jahrhunderts, in je einem Raum wird ein Jahrzehnt dargestellt. Doch hier stehen nicht einfach Schaufensterpuppen mit den alten Kleidern herum. Nein, hier stehen außerdem für die jeweilige Epoche passende Möbel und es ertönt ebenfalls dazu passende Musik. Auf diese Weise kann sich der Betrachter ganz dem Gefühl hingeben, genau jetzt zu genau dieser Zeit in einem beliebigen Raum zu stehen und sich hier um zu schauen. Die Räume des Modemuseums sind also jeder für sich kleine Gesamtkunstwerke, die zu einem gelungenen Ensemble zusammenfließen und so ein stimmiges Konzept ergeben.
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